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The Bloodied Sword (1983)

Die Produktion zog sich von 1979 bis 1983 hin und wurde dabei in drei verschiedenen Studios (Rockstar, Trident und Mayfair) aufgenommen und zuletzt von John Hudson produziert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Musikalbum, sondern um ein Hörspiel, welches durch Chrysalis veröffentlicht wurde. Vermutlich glaubten die Verantwortlichen aufgrund der Beteiligung bekannter und erfolgreicher Musiker an einen entsprechenden Erfolg. Jedenfalls wesentlich erfolgreicher, als es letztendlich der Fall war.

Chris Cross, für den „The Bloodied Sword” neben „Rivets“ eines der wenigen musikalischen Projekte außerhalb von Ultravox war, beschreibt das Stück kurz nach seiner Fertigstellung in einem Interview als eine mit elektronischer Musik untermalte, moderne Version von Shakespeare, in der neben kleinwüchsigen Clowns, Jongleuren und Feuerschluckern auch ein sprechendes Schwert sowie eine Pistole vorkommen. Tatsächlich orientiert sich der Text am klassischen Theater zur Zeit eines William Shakespeares. Darum wurde die anfängliche Idee einer Übersetzung des Textes für dieses Buch auch wieder verworfen. Die Frage, wie die Fans von Ultravox auf das Projekt reagieren würden, beantwortet Chris Cross schon sehr diplomatisch, indem er den kommerziellen Aspekt von „The Bloodied Sword“ hinten anstellt und das Projekt bevorzugt als „interessant“ bezeichnet.

Scherzhaft stellt er vor der eigentlichen Antwort in Frage, ob sich überhaupt jemand dafür interessieren würde; was unterschwellig schon vermuten lässt, dass er keineswegs zufrieden mit dem fertigen Ergebnis ist oder gar an ein Erfolg glaubt. Und er stellt klar, dass „The Bloodied Sword“ weniger für „Top Of The Pops“ als vielmehr für den kulturellen Teil von BBC2 geeignet sei. Oder auch als Vorlage für ein Theaterstück, wie es durchaus angedacht gewesen sei.

Ure und Cross sorgen für die musikalische Untermalung des Textes, der von Maxwell Langdown gesprochen wird. Zusätzliche Parts auf den Percussions werden von Kenny Hyslop gespielt. Viele Fans haben sich natürlich das Album zugelegt in der Hoffnung, einen ganz besonderen Schatz oder gar eine Rarität erworben zu haben. Doch trafen Erwartung und Realität in den wenigstens Fällen aufeinander. Tatsächlich ist es heute eine Rarität; von einem Schatz kann aber nur bedingt die Rede sein. Allerdings wird dabei eine klare Grenze zwischen der Musik und dem Text gezogen. Insbesondere die extreme Klangfarbe in Langdowns Stimme und die Art, wie er den Text spricht, wird als nervend angesehen und kommt bei den Hörern überhaupt nicht an. Die Musik hingegen wird zwar nicht mit Begeisterungsstürmen aufgenommen; doch ist die Resonanz dahingehend überwiegend positiv. Das Problem dabei ist, dass beides nicht voneinander getrennt werden kann. Das heißt, es gibt nur diese eine Version, in der sowohl Text als auch Musik gleichzeitig existieren. Viele der Fans hätten sich aber gewünscht, dass es auch eine rein instrumentale Version gibt, um sich - frei vom Text - nur die Musik anhören zu können. Dem Wunsch wurde bisher jedoch nicht entsprochen und so verschwand das Album nach einmaligem Anhören weitestgehend in den Plattenschränken der Besitzer.

Vom Inhalt des Textes her ist es schwer eine Analyse abzugeben, wenn der Hörer der englischen Sprache nicht mächtig genug ist, um den lyrisch und mittelalterlich verfassten Text auch entsprechend zu verstehen. Auf der einen Seite stehen symbolisierende Charaktere wie das „Schwert“ und die „Pistole“, die mit den Mitteln der Gewalt und des Krieges das Recht des Stärkeren vertreten. Dem gegenüber gibt es die „Clowns“ und den „Narren“, die eher der Macht des Wortes und der Diplomatie vertrauen. Dazu kommen u. a. der „Erzähler“ und der „Seher“ als weitere „symbolisierte“ Bestandteile einer Gesellschaft, die über das Für und Wider von Notwendigkeiten zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung zwischen Glauben und weltlichem Anspruch streiten.

Höhepunkt von „The Bloodied Sword“ ist sicher das Design des Covers und des beigefügten Booklets mit Illustrationen der neun in der Erzählung vorkommenden Charaktere sowie dem abgedrucktem Text. Für das Gesamtkonzept ist Künstler und Grafikdesigner John Pasche zuständig. Eines seiner bekanntesten Designs ist das „Tongue and Lips“-Design der Rolling Stones. Illustriert wurde das Cover von Jim Gibson, der u. a. auch für Jethro Tull Cover gestaltete. Abschließend darf festgestellt werden, dass weder Midge Ure noch Chris Cross auch in der Gegenwart großes Interesse zeigen, näher auf „The Bloodied Sword“ einzugehen. Daraus kann eigentlich nur die Schlussfolgerung gezogen werden, dass sie rückblickend betrachtet auf das ganze Projekt wohl lieber verzichtet hätten. Auf Nachfrage hinsichtlich neuer Statements antwortete Chris lediglich, dass er ein paar „gute Erinnerungen an die Aufnahme“ habe. Midge gab trotz mehrfacher Anfragen ohne Angabe von Gründen - mangels Zeit oder Interesse ist ungewiss - überhaupt keine Auskunft.

Maxwell Langdown antwortete zwar auf eine Anfrage, zeigte sich dabei aber extrem misstrauisch. Das änderte sich auch nach einer weiteren Darlegung der Intention nur geringfügig, weshalb in der Folge kein weiterer Dialog stattfand. Darum bleibt „The Bloodied Sword“ aufgrund unzureichender Informationen und fehlender Auskunftsbereitschaft das Mysterium, was es seit vielen Jahren bereits ist. Ein Projekt, das seinen Platz in der Welt von Ultravox hat; für deren Analyse aber die Hörer, die überhaupt Interesse daran haben, selbst verantwortlich sind.

 
 
 

X-Perience - Personal Heaven (2007)

Die Berliner Musiker Matthias Uhle und Alexander Kaiser gründeten zunächst die wenig erfolgreiche Band „Metropolis“. Das Blatt wendete sich, als Uhles jüngere Schwester Claudia mit ihrer klassischen Gesangsausbildung einstieg. Während sich Matthias Uhle um den musikalischen Teil kümmerte, zeigte sich Alexander Kaiser für den textlichen Teil verantwortlich. Als X-Perience entstand Musik mit einer Mischung aus Pop und Trance, in Szene gesetzt durch Claudias prägnante Stimme. Die erste Veröffentlichung 1995 verlief zunächst noch jenseits der öffentlichen Wahrnehmung, bis „Circles Of Love“ endlich den Weg in die Playlisten der Radiostationen fand.

Eine überarbeitete Version unter Mithilfe von Axel Henninger (Camouflage) machte das Label WEA auf das Trio aufmerksam und nahm dieses letztendlich auch unter Vertrag. „Circles Of Life“ wurde landesweit veröffentlicht, doch erst die zweite Single „A Neverending Dream“ brachte den Erfolg und Platz 4 der Single-Charts. Das dazugehörige Album „Magic Fields“ hielt sich drei Monate in den Album-Charts, was für Gold ausreichte. Nicht weniger erfolgreich war das Folgealbum „Take Me Home“. 2000 erschien „Island Of Dreams“ als Vorab-Single zum Album „Journey Of Life“.

RTL2 verwendete das Stück als Titelmelodie für die Dokumentation “Expedition Robinson”. Dabei wurden die früheren Pläne, Popmusik mit Ethno zu kombinieren, in die Tat umgesetzt. So sind die Songs auf „Journey Of Life“ mit afrikanischen und irischen Elementen durchsetzt. Allerdings kann das Album nicht an den kommerziellen Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Anfang 2003 produziert die Band zu Demozwecken noch „It’s A Sin“ von den Pet Shop Boys, doch der Plattenvertrag läuft aus und so wurde man auf der Suche nach einer neuen musikalischen Heimat 2006 bei Major Records fündig. Seit 2004 widmete sich Claudia Uhle mit „Angelzoom“ auch einem Soloprojekt. Dennoch kam es 2006 mit „Lost In Paradise“ zum vierten Studioalbum der Band, auf dem sich unter anderem mit „Personal Heaven“ ein Duett mit Midge Ure befindet; einem Song, der in einer anderen Version bereits auf der „Little Orphans“  auftaucht. Im März 2007 wurde „Personal Heaven“ auch als Single veröffentlich und erreichte mit Platz 64 die deutschen Charts. Gelegentlich spielte Ure den Song 2006 auch schon live mit Claudia Uhle im Rahmen seiner Unplugged-Tour. 2009 trennen sich die Wege von Claudia Uhle und X-Perience und sie wird durch Manja Wagner ersetzt.

 
 
 

Indigo Girls - Become (2011)

Ure hat wie viele andere schon längst bemerkt, dass sich das Musikbusiness mit technischem Fortschritt und wachsenden Möglichkeiten des Internets grundlegend verändert hat. Es sei in einer extrem kurzlebigen Zeit sehr viel schwerer geworden, den Beruf des Musikers als Komponisten auszuüben und in der Welt der Musik Fuß zu fassen. Insbesondere, wenn man ein gewisses Alter bereits überschritten hat oder sich nicht innerhalb kürzester Zeit zum Hit-Garanten entwickelt. Andererseits bietet das Internet aber Möglichkeiten, die sich früher nicht ergaben. Es ist wesentlich einfacher, seine Musik der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Unter diesem Gesichtspunkt ging Tunited Ende 2009 als Präsentations-Plattform für junge Musiker und Bands online. Trotz großer Resonanz seitens der Musiker und der Musikindustrie, musste das Projekt mangels finanzieller Unterstützung im Herbst 2011 aber wieder eingestellt werden. In diesem Rahmen entstand aber in Kooperation zwischen Midge Ure und den Indigo Girls der Song „Become“, der 2014 auf Ures „Fragile“ in einer überarbeiteten Version veröffentlicht wurde.

 
 
 
 

Schiller - Let it Rise (2010)

Gegründet wurde Schiller als Global Pop- und Ambient-Projekt 1998 in Hamburg durch Christopher von Deylen und Mirko von Schlieffen. Bereitsund cluborientierte Musik mit melodischer Einfühlsamkeit und auch Texten mit philosophischem Tiefgang. Gesprochen werden diese durch bekannte Synchronstimmen aus Film und Fernsehen wie z. B. Benjamin Völz, Franzisak Pigulla oder Oliver Rohrbeck.

Während seiner Auszeit im Jahr 2000, begibt sich van Deylen zusammen mit seinem Vater auf eine Reise bis nach Peking. Seine Eindrücke verarbeitet er anschließend im Album „Weltreise“, bei dem er gesanglich u. a. bei „Dream Of You“ durch Peter Heppner von Wolfsheim unterstützt wird. Das Album schafft es bis auf Platz 1 der Albumcharts. 2003 trennt sich das Duo und van Deylan macht alleine weiter. Das dritte Album „Leben“ wird erneut von namhaften Musikern wie Peter Heppner, Mila Mar, Kim Sanders, Alexander Veljanov von Deine Lakaien und sogar Sarah Brightman unterstützt, mit der das Stück „The Smile“ aufgenommen wurde. Die Präsentation der Musik auf der Bühne entwickeln sich dabei zu besonderen Events, weil die musikalische Präsentation nicht nur rein elektronisch, sondern auch mit den klassischen Instrumenten einer Rock- und Popband umgesetzt werden.

Bevor sich van Deylen an sein nächstes Album begibt, unternimmt er mit Harald Blüchel einen Abstecher und unter dem Namen „Blüchel und von Deylen“ nehmen sie mit „Bi Polar“ und „Mare Stellaris“ zwei Alben auf. Letzterer diente zur Untermalung einer Dokumentation über den Weltraum. Es folgen weitere Schuller-Alben: 2005 „Tag und Nacht“, 2008 „Sehnsucht“, 2010 „Atemlos“ und 2012 „Sonne“. Atemlos ist wie schon „Weltreise“ die Verarbeitung seiner Expedition in die Arktis. Neben Lenka, Kate Havenik und Jaki Liebezeit nimmt er mit Midge Ure das Stück „Let It Rise“ auf, welches auch Live während eines Konzertes in Hamburg präsentiert und in der Folge als Konzertmitschnitt veröffentlocht wurde. Die Zahl der Gastmusiker ist lang. Mittlerweile ist es eine Ehre für jeden Musiker, mit Schiller arbeiten zu dürfen. Die letzte Veröffentlichung ist der Konzertmitschnitt zum „Sonne“-Album.

Wie es dazu kam antwortete uns Christopher von Deylen Alias „Schiller“...

Die Zusammenarbeit mit Midge Ure war sehr spannend. wir haben uns einfach bei ihm in Bath getroffen, ohne dass es vorher eine musikalische Idee gegeben hätte. Sozusagen ein musikalisches Experiment mit ungewissem Ausgang. Nach kurzer Zeit haben wir aber gemerkt, dass wir beruhigt sein können. Alles ging fast wie von selbst, eine phantastische Zusammenarbeit. Am Abend dann haben wir sehr gemütlich und familiär zusammengesessen und indisch gegessen. Zwei sehr beeindruckende Tage...“
 
 
 

Andy Hunter - Smile (2008)

Zunächst betätigte sich Hunter Anfang der Neunziger als Tontechniker, wodurch er mit „Suede“ und „The Wonder Stuff“ arbeitete. 1997 folgte die Gründung seiner ersten Band Trip. Gemeinsam mit Martin King und einigen anderen Leuten veröffentlichten sie 1999 das Album „Cultural Shift“. Anschließend verbrachte Hunter einige Zeit mit Studioproduktionen im Bereich Techno. 2002 erschien sein Album „Exodus“ und 2005 die EP „Life“. Auch im Bereich Videospiele und Soundtrack („Matrix Reloaded“, „The Italian Job“) wurde seine Musik verwendet. Außerdem tourte er mit namhaften Musikern aus dem Bereich Dance Music durch die Staaten, Japan und Europa und konnte sich auf etlichen Festivals dem Publikum präsentieren.

2008 erschein sein drittes Album „Colour“, mit zwölf Tracks sein bisher längstes Werk. Während der Aufnahme fertigte er ein visuelles Tagebuch an, um den Hörer während der Produktion und auch anschließend am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen. Einer der Tracks ist „Smile“, den er zusammen mit Midge Ure aufgenommen hat. Noch im gleichen Jahr steuerte er zum Film „Expelled: No Intelligence Allowed“ den Soundtrack bei. 2010 erschien mit „Collide“ neuerlich eine EP sowie 2012 „Glow“. Geplant ist ein weiteres Album mit Remixen dieser beiden EP’s.

Das hat Andy Hunter uns zu dem Track „Smile“ geschrieben:

„Zuerst habe ich den Song als co-writer mit dem Songschreiber Neil Wilson, einem Freund von mir, geschrieben, später dann mit Midge Ure. Als die Arbeiten an meinem Album „Colour“ (Nettwerk) sich dem Ende zuneigten und ich mit meinem Producer Robbie Bronniman arbeitete fanden wir, der Song „Smile“ bräuchte eine starke Stimme mit einem starken Charakter. Robbie schlug Midge vor, mit dem er schon gearbeitet hatte und wir haben Midge den Track zukommen lassen. Midge antwortete, der Text würde ihm gefallen, aber am Refrain müsste geändert werden und bot an, für einen Tag ins Studio zu kommen, um mit uns daran und einigen anderen Änderungen zu arbeiten. Bei dem Gedanken, mit Midge’s Erfahrung und Begabung arbeiten zu können, nahm ich das Angebot natürlich schnell an. Als Midge dann kam hat er den Song viel stäker und besser gemacht, damit war ich sehr zufrieden. Wir haben dann seinen Vocalpart aufgenommen und dabei haben Robbie und ich gleich gewusst: Das ist die richtige Stimme für „Smile“.

 
 
 

Jam & Spoon - Something To Remind Me (2003)

Hinter Jam & Spoon verbergen sich Ralf Ellmar (Jam El Mar) und Markus Löffel (Mark Spoon), die Anfang der Neunziger zunächst unter den Projektnamen „Tokyo Ghetto Pussy“ und „Storm“ arbeiteten. Ihre erste Veröffentlichung „Stella“ war 1992 ein großer Erfolg und ihre Präsenz prägte die nationale Clubszene dieser Zeit im Bereich Dance und Trance. Ebenfalls sehr erfolgreich waren ihre Remixe für Dr. Alban, The Age Of Love, Moby, Frankie Goes To Hollywood, Enigma oder aber auch Queen. Mit „Right In The Night“ schlugen sie 1993 einen neuen Weg ein, indem sie den Trance-Elementen auch akustische Gitarre und Gesang in Form von Plavka Lonich hinzufügten.

Diese Produktion war sowohl in den Clubs als auch in den Charts erfolgreich. Es folgte die zeitgleiche Veröffentlichung der Alben „Triptomatic Fairy Tales 2001“ und „Triptomatic Fairy Tales 2002“, wobei ersteres eher durch Dance und Trance geprägt ist, während beim zweiten Album Ambient-Einflüsse überwiegen. In diesem Stil machten Jam & Spoon erfolgreich weiter und veröffentlichten 1997 das Album „Kaleidoscope“. Für ihr Album „Triptomatic Fairy Tales 2003“ sicherten sie sich mit Rea Garvey (Reamon), Jim Kerr (Simple Minds), Dolores O’Riordan (Cranberries), Xavier Naidoo und vielen anderen erneut qualitativ hochwertige Unterstützung im Bereich Gesang.

Zusammen mit Midge Ure wurde der Song „Something To Remind me“ aufgenommen und Bestandteil des Albums. Im Alter von 39 Jahren starb Markus Löffel am 11. Januar 2006 an Herzversagen. 2006 und 2013 erschienen weitere Veröffentlichungen als Remake-Versionen des Duos.
 
 
 

Disco Boys - The Voice (2009)

Die Disco Boys sind Raphael Krickow und Gordon Hollenga. Das DJ-Team aus Hamburg produzierte zunächst Songs, die zum Teil aus Klassikern der Disco-Geschichte bestehen, zum Teil aber auch aus modernen Songs der House-Szene. Erfolg hatten die Disco Boys in erster Linie mit Produktionen, die sich aus der Mischung von Coversongs und Zitaten oder Samples anderer Songs zusammensetzen. Einer ihrer ersten Erfolge war die Neugestaltung von „Born To Be Alive“ von Patrick Hernandez, bei der auch Roberto Blanco mitwirkte. Kommerziell am erfolgreichsten aber war „For You“, bei dem hauptsächlich Passagen aus dem gleichnamigen Stück von Manfred Mann’s Earth Band benutzt wurden.

Mit diversen Unterbrechungen befand sich dieser Song (mit Platz 17 als höchste Position) 93 Wochen in den Charts und erreichte Ende 2010 somit Platin-Status. Zwischen 2007 und 2009 veröffentlichen die Disco Boys neben weiteren Club-Mixes auch Alben mit ihren Remixen, bei denen sie jetzt aber auf die Verwendung von Samples aus den Originalen verzichteten. So sang Midge Ure für die neue Version des Ultravox-Klassikers „The Voice“ die erforderlichen Gesangspassagen extra neu ein. . Erstaunlich fand Ure dabei, dass entgegen der allgemeinen Tendenz, dass neue Versionen im Beat der Neuzeit schneller als die Originale sind, es hier nicht der Fall sei. Für diesen Song reichte es mit Platz 74 zu einer Platzierung in den deutschen Charts, wobei immer wieder Songs der Disco Boys in den Charts auftauchen und dabei hohe Platzierungen erreichen

 
 

Mike Batt - Vienna (1998)

Die Idee, Klassiker der Rock-Geschichte neu aufzunehmen, hatte Wolfgang Schleiter von Stalla Music. Als er zwecks Umsetzung an Mike Batt herantrat, war dieser aufgrund des enormen Aufwandes zunächst wenig begeistert. Doch schließlich fügte er sich Schleiters Hartnäckigkeit und begann mit Überlegungen, welche Songs überhaupt in Frage kämen und wie - und vor allem mit wem - das Projekt musikalisch umgesetzt werden kann. Am Ende entstanden alte Songs in neuem Gewand, die entweder vom ursprünglichen Künstler selbst oder von einem anderen namhaften Künstler eingesungen wurden: Bonnie Tyler („I Put A Spell On You“), Roger Daltrey („Boys Of Summer“), Status Quo („Not Fade Away“), Marc Almond („Paint It Black“), Justin Hayward („Night In White Satin“), John Farnham („Whiter Shade Of Grey“), Lemmy („Eve Of Destruction“) oder aber Huey Lewis („Power Of Love“). Mike Batt ließ es sich natürlich nicht nehmen und steuerte selbst „Bright Eyes“ hinzu. Außerdem sang Midge Ure „Vienna“ von Ultravox neu ein.

Arrangiert und produziert wurden Musik und Aufnahme von Mike Batt, die eigentliche Umsetzung erfolgte durch das Royal Philarmonic Orchestra, aufgenommen in den legendären Abbey Road Studios in London. Rückblickend stimmte Batt zu, dass das gesamt Projekt eine sehr gute Idee war und Wolfgang Schleiter absolut richtig lag. „Als ob man einen Film mit einer großartigen Besetzung macht“, so Batts finales Statement. „Bright Eyes“ mit „Vienna“ als Bonus-Track wurde als Single veröffentlicht.

 
 
 

Barbara Dickson - I‘ll Be Back (2007)

Die Karriere der in Dunfermline, Schottland geborenen Barbara Dickson in wenigen Worten zu umreißen, ist ein unmögliches Unterfangen. Verantwortlich dafür sind unzählige Singles, Alben, Konzerte und Platzierungen in den Charts. Zusammen mit Elaine Paige sang sie das Duett „I Know Him So Well“ aus dem Musical „Chess“. 1985 stieg der Song bis an die Spitze der britischen Charts und gilt laut dem Guinness-Buch der Rekorde noch immer als das erfolgreichste weibliche Duett. 2006 veröffentlichte Dickson unter dem Titel „Nothing’s Gonna Change My World - The Songs Of Lennon, McCartney And Harrison“ ein Album mit neuen, folkloristisch beeinflussten Versionen alter Beatles-Songs. Neben Mark Firth, Neil Drinkwater und Peter Knight war auch Troy Donockly als Musiker und musikalischer Direktor beteiligt. Ein Song auf dem Album ist „I’ll Be Back“, den Barbara Dickson als Duett zusammen mit Midge Ure aufgenommen hat.

 
 
 

Lullabies With a Difference - Baby Little One (1998)

Zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation PARSE suchte Sängerin und Songwriterin Joan Armatrading 1998 Künstler, die sich zur Mitarbeit an einer Benefiz-CD zur Verfügung stellen würden. Die Erlöse sollten Kindern zu Gute kommen, die an Kinderlähmung erkrankt sind. Fündig wurde Armatrading im Freundes- und Bekanntenkreis, so dass sie von Größen wie Melissa Etherridge, The Cranberries, Paul Young, Brian May, Tina Turner oder aber Mark Knopfler musikalisch unterstützt wurde. Midge Ure hat mit „Baby Little One“ sogar eigens für dieses Projekt einen neuen Song geschrieben.

 
 
 

Tron - We Came To Dance (2000)

Hinter dem Anfang der Neunziger Jahre gegründetem Projekt Tron verbirgt sich in erster Linie der Musiker und Komponist Dejan Djordjevic. Aufgewachsen in Deutschland, bezeichnet er sich selbst als ausgewiesenen Fan von Ultravox. So wundert es nicht, dass sich bei Konzerten, bei denen unter anderem Klassiker wie „Hymn“, „Dancing With Tears In My Eyes“ und „Vienna“ gespielt werden, auch zahlreiche Ultravox-Fans befinden. 1997 veröffentlichte Tron mit Paul Sanson an der Gitarre die Single „Hymn“ als Coverversion. 2000 kam es sogar zur direkten Zusammenarbeit mit einem der eigenen Idole, als „We Came To Dance“ in der Besetzung Midge Ure (Gesang), Dejan Djordjevic (Gesang, Keyboard, Gitarre, Klavier), Mark Landagan (Bass), Stephen Landagan (Gitarre) und Jamie Winterton (Drums) neu aufgenommen und veröffentlicht wurde. Doch auch die eigene Musik von Tron ist sowohl von den Songtiteln her als auch musikalisch an Utltravox orientiert. Hin und wieder tauchen Passagen auf, die entweder dem Original entnommen wurden oder ähnlich klingen, so dass auf diese Art die musikalische Stimmung moduliert in das neue Jahrtausend transportiert wird. Trotz aller Verbundenheit zu Ultravox hat der Sound von Tron dennoch einen eigenen und markanten Stil. Entsprechend besitzt die Band auch ihre eigene Fangemeinde. Djordjevic lebt mittlerweile in England.

 
 
 

Redweik - Maschine (2013)

REDWEIK wurde 2007 von Robert Redweik in München gegründet. Ihm zur Seite stehen Tom Rohloff (Bass), Severin Gasteiger (Schlagzeug) und Gitarrist Christoph Werner. Zwei Jahre arbeiteten sie an ihrem Debüt-Album „Keine Liebe“, welches am 28. Februar 2014 erschien. Innovativer, kreativer Sound mit deutschen Texten, zeichnet  Redweik aus und zeigt, dass auch deutsche Bands auf hohem Niveau aufwarten können und sich von den gängigen Massenproduktionen beeindruckend unterscheiden.

„Maschine“ ist ihre erste Singleauskopplung. Ein Song, der wie in ihrer offiziellen Biographie beschrieben, durch „explosive Ruhe und kontemplative Leidenschaft“ glänzt. Dazu Robert Redweik, wie die Zusammenarbeit mit Midge Ure zustande kam:

„Midge und ich haben uns 2011 in Köln kennengelernt, bei einem Songwriter-Treffen von Universal. Dort wurden u.a. meine Band Redweik und ich vorgestellt. Midge kam danach zu mir und meinte: ‘Hey, I really like your voice and your music! - How about writing together?’ Ehrlich gesagt wusste ich in dem Moment gar nicht so richtig, wer er ist. Das war später, als ich mal ‚gegoogelt‘ hatte, echt ein ‚Wow‘-Erlebnis!). Aber ich fand es sehr cool und ihn super sympathisch und habe sofort ja gesagt. Gott sei Dank.

Zusammen mit Midge und Tim Baxter haben wir uns dann am nächsten Tag im Studio zusammengesetzt und einfach darüber gesprochen, was uns und mich so bewegt. Und da kamen wir relativ schnell zu dem Punkt „Alltagsmonotonie“. Irgendwie sind wir alle in dieser ‚Maschine‘ drin und wollen da eigentlich immer wieder raus. Dann haben wir uns mit den Gitarren hingesetzt und versucht, genau das in einen Refrain zu giessen. Und - wow - das hat echt gut geklappt. Wir haben uns auf Englisch unterhalten. Ich habe auf deutsch am Text gearbeitet und erklärt was ich mache Und so ging es gut voran. Gerade dadurch, dass Englisch sich zum Teil anderer Redewendungen bedient, kamen immer wieder coole kleine Worte und Wendungen von Midge, an die ich so vielleicht einfach nicht gedacht hätte. Genau so war es auch bei Melodiewendungen oder Akkordfolgen. Hier hat Midge einfach durch Ultravox und seine eigenen Sachen einen Horizont geöffnet, den ich sonst vielleicht nicht gesehen hätte. Und so sind wir letztendlich bei einer Strophe in Moll und dem gleichen Akkord in Dur für den Refrain gelandet, was fast etwas verrückt ist. Jedenfalls hat es tierisch Spass gemacht mit Midge und Tim Baxter (er hat u.a. für Saint Lu geschrieben und produziert) zu schreiben. Tim hatte sich etwas mehr um Sounds und die Demo-Produktion des Songs gekümmert. Auch hier gab es echt von Anfang an tolle Ideen für die Umsetzung. Natürlich haben wir mit der Band und unsere beiden Produzenten Robin Karow und Kilian Reischl (zwei tolle Newcomer-Produzenten!), an der ‚Maschine‘ noch gefeilt und ihn liebevoll ausproduziert. Der Mix ist von Joe Zook (u.a. One Republic, The Hives, Katy Perry etc.). Also rundum waren da tolle internationale Leute beteiligt.

Midge, Tim und ich haben uns auch nochmal in London getroffen. Da hatten wir leider nur sehr wenig Zeit und haben den Song, den wir dort angefangen haben, nie fertig gemacht. Midge und ich haben aber immer wieder Kontakt und wir verstehen uns sehr gut. Ich bin mir also sicher, dass wir bald mal wieder was zusammen machen. Und natürlich bin ich unglaublich stolz drauf, von dem Musiker, auf dessen Konzerten meine Eltern in den Achtzigern in riesigen Stadien waren, eine SMS auf den Release unseres Musikvideos zu ‚Maschine‘zu bekommen: ‚Track sounding great. Band looking fantastic. Good luck and fingers crossed.’Midge, das ist einfach echt total der Wahnsinn.

„Midge“ - das ist einfach echt total Wahnsinn!“

 
 
 

Stand 2015 (mehr in Kürze)